Die Rothschwaige

Der Beerengarten ist ein Betriebszweig des Gutes Rothschwaige, das auf eine lange Geschichte zurückblickt.

1919 kaufte mein Großvater Peter-Paul Winkler das Anwesen in der Rothschwaige. Er stammte ebenso wie andere Karlsfelder Landwirte, die sich gut hundert Jahre früher hier angesiedelt hatten, aus der Pfalz. Er war ein Bauernsohn, aber als Zweitgeborener hatte er studieren können und arbeitete in der königl.-bayerischen Landwirtschaftsverwaltung in Speyer.

Das Gut Rohschwaige damals

…und heute

Bevor mein Großvater mit Frau und drei Töchtern in der Rothschwaige einzog, gab es in den 19 Jahren vor ihm, also zwischen 1900 und 1919, einen zwölfmaligen Besitzerwechsel auf dem Hof! Ein Hinweis, dass das Wirtschaften auf den moorigen, kalkhaltigen, flachgründigen Böden mit hohen Grundwasserständen sehr schwierig war.

Geht man noch weiter zurück in der Chronik, so erfährt man, dass die Schwaige im Mittelalter zum Kloster Indersdorf gehört hat. Schwaigen waren Betriebe, auf denen lediglich Vieh gehalten und die von so genannten Schwaigern verwaltet wurden. Die Kapelle, die bis zur Säkularisation hier gestanden hat, geht in ihren Ursprüngen zurück auf das Jahr 1127, wonach sie von der Gräfin Beatrix von Dachau für ihren hier ermordeten Sohn gestiftet worden ist.

Noch mal zurück zu der Zeit meines Großvaters: Zunächst ging es auf dem Betrieb aufwärts, ja in alten Fachzeitschriften wird er sogar als Vorzeigebetrieb für Niedermoor-Standorte erwähnt. Doch bald schon verursachten Missernten und Krankheiten im Stall großen Kummer und Not.
Nach jahrelanger Forschung in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur konnte dann endlich herausgefunden werden, woran dies gelegen hat. Es wurde nämlich festgestellt, dass auf den moorigen Böden, bedingt durch den hohen Kalkgehalt, das Spurenelement Mangan im Boden gebunden ist und so den Pflanzen nicht zur Verfügung steht. Seitdem ist die wiederholte Mangandüngung über das Blatt unerlässlich. Sollten Sie uns also schon sehr zeitig im Frühjahr mit der Pflanzenschutzspritze auf den Feldern sehen, so handelt es sich dabei wahrscheinlich um die erste Spurenelementdüngung.

Auch in der zweiten Generation meiner Eltern Dr. Rudolf und Gertrud Kauppe, geb. Winkler, waren viele Veränderungen durch den Einzug der Landtechnik, der Pflanzenschutzmittel, den Abzug von Lohnarbeitskräften und nicht zuletzt durch die sich anbahnende Preissenkung für landwirtschaftliche Produkte nötig. Der Betrieb wurde modernisiert und rationalisiert. Die Viehhaltung wurde ganz aufgegeben , der Zuckerrübenanbau begonnen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Susi und Wolfgang Offenbeck

In der dritten Generation haben mein Mann und ich dem Betrieb seit 1987 durch den Anbau verschiedener Beerenobstkulturen ein weiteres Standbein gegeben. Nun arbeitet mit unserem Sohn Paul bereits die vierte Generation auf der Rothschwaige.

 

Unser Beerenhof im Fernsehen: